Offener Brief an Carlsberg & Holsten Brauerei

An die Carlsberg Group und die Holsten Brauerei,

wir wenden uns mit diesem offenen Schreiben an Sie als Geschäftspartner von Horst Micheel, dem Betreiber der Gaststätte „Titanic“ in Neumünster, die die Werbung Ihrer Holsten-Brauerei trägt. Im Rahmen der Kampagne „Titanic versenken – Nazikneipen dichtmachen!“ informieren wir Sie über die Umtriebe von Micheel und seinem seit Jahren einschlägig bekannten Treffpunkts für Neonazis – seine Kneipe „Titanic“. Wir rufen Sie dazu auf, sich unserem breiten Unterstützer*innenkreis aus über 100 Gruppen, Initiativen, Vereinen, Gastronomien und Einzelpersonen, darunter auch Mitglieder*innen des Bundestages und des schleswig-holsteinischen Landtages, anzuschließen. Indem Sie die Geschäftsbeziehungen zur Titanic abbrechen, können Sie zu unserem Ziel beitragen, die Neonazi-Kneipe zu schließen und somit Rechten ihren Rückzugsraum zu nehmen.

Wir treten an Sie heran, da Sie als international agierendes Unternehmen über Ihre Marken nicht nur Produkte, sondern auch Einstellungen und Werte global transportieren. Damit verbindet sich eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Dass Sie sich dieser wichtigen Aufgabe sehr bewusst sind, zeigt sich für uns unter anderem im vielseitigen Engagement, wie beispielsweise der Unterstützung von sozialen und zukunftsorientierten Projekten durch die Carlsberg Foundation und die Tuborg Foundation. Die Ideen, die Neonazis im Umfeld der Titanic vertreten, sind hingegen rückwärts gewandt und menschenverachtend. Auch dass Ihre Marke „Astra“ seit langem als einer der Hauptsponsoren des FC St. Pauli bekannt ist, deren Mitglieder*innen und Fangruppen sich immer wieder ganz klar gegen Rechts positionieren, erweckt bei uns den Eindruck, dass Ihr Unternehmen kein Interesse daran haben kann, mit Neonazis Geschäfte zu machen. Doch nicht zuletzt sind es Ihre eigenen Unternehmensrichtlinien, an die wir appellieren. Sie positionieren sich dort ganz deutlich als Unternehmensgruppe, die stolz auf ihr hohes Level an kultureller Diversität unter ihren Mitarbeitenden ist und die Diskriminierung jeglicher Form entschieden ablehnt. Dieser „Compass“ sei eine „Richtlinie für ethisches Verhalten“ und stelle „die Wichtigkeit von Integrität auf allen Ebenen ihrer Organisation“ heraus. Ein Vertragspartner wie Horst Micheel mit seiner neonazistischen Ideologie verletzt diesen Codex aufs Schärfste und kann daher für keine Art von Beziehung als tragbar angesehen werden.

Wie tief Micheel in die rechte Szene verstrickt ist und welche Rolle seine Kneipe „Titanic“ als Szenetreff spielt, haben wir auf unserem Blog zusammengefasst, um Ihnen einen Überblick zu verschaffen und unserer Forderung nach einer Schließung der „Titanic“ das nötige Gewicht zu verleihen.

Unterstützen Sie unser Vorhaben, in dem Sie Horst Micheel und seiner rechten Kneipe „Titanic“ den Zapfhahn zudrehen. Arbeiten Sie mit uns gemeinsam an einer emanzipierten, gleichberechtigten und freien Gesellschaft! Kein Bier für Nazis!

Mit freundlichen Grüßen

Kampagne „Titanic versenken – Nazikneipen dichtmachen!