Demonstration

Titanic versenken – Rote Karte für Horst Micheel!

SAMSTAG, 15. DEZEMBER 18 – 14.00 UHR – RATHAUS NEUMÜNSTER

In den vergangenen Wochen hat die Kampagne „Titanic versenken – Nazikneipen dichtmachen!“ mit verschiedenen Aktionen darauf hingewiesen, dass die Kneipe „Titanic“ in der Wippendorfstraße in Neumünster nach der Schließung des „Club 88″ mehr und mehr zum zentralen Treffpunkt der Naziszene in Schleswig-Holstein geworden ist. Schon vor mehr als zehn Jahren gingen von hier Jagden auf Menschen aus, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, es gab damals sowie in den Folgejahren immer wieder Übergriffe auf die Moschee oder das alternative Jugendzentrum AJZ. Vor allem auch die Nazirocker der Bandidos frequentierten die Kneipe häufig, ihr Unterstützerverein Contras, dem auch der Sohn von Horst Micheel angehörte, feierte hier sein einjähriges Bestehen, regelmäßig kam es in oder vor der „Titanic“ zu Schlägereien oder Messerstechereien zwischen verfeindeten Rockergruppen. Die Lage spitzte sich so zu, dass u.a. der Bereich um die „Titanic“ zum Gefahrengebiet erklärt wurde. Parallel bot die Partei schon damals der extrem rechten NPD ein Zuhause, neben Landesvorstandstreffen gab es hier aber auch regelmäßig Rechtsrockkonzerte mit menschenverachtenden Texten. Im Kommunalwahlkampf 2018 spielte die Kneipe in der Wippendorfstraße dann endgültig die zentrale Rolle: Hier fanden sowohl das Vortreffen der Kandidat*innen als auch der Wahlkampfauftakt, zu dem der mehrfach vorbestrafte NSU-Unterstützer Thorsten Heise als Redner eingeladen wurde, und die Wahlparty statt. Hier laufen die Stränge von Reichsbürgern, extrem rechter Parteipolitik, Kameradschaftszene und rechtsterroristischem Umfeld zusammen, die Kneipe schafft es aber dennoch immer wieder, einen unpolitischen Charakter vorzugaukeln. Mit Dartturnieren, WM-Übertragungen oder Discoabenden, für die jeweils mit bunten Plakaten geworben wird, will aber Horst Micheel, der inzwischen für die NPD in der Ratsversammlung sitzt, nicht nur von seinen Naziumtrieben ablenken, sondern auch Menschen am Stammtisch agitieren und an die Partei und die Naziszene heranführen.

Die antifaschistische Kampagne „Titanic versenken – Nazikneipen dichtmachen“, die von mehr als 100 Gruppen und vielen Einzelpersonen unterstützt wird, versucht eben diesen braunen Sumpf trockenlegen. Die Menschen wieder für die extrem rechten Umtriebe der „Titanic“ zu sensibilisieren, um es den Nazis schwer zu machen, als Wolf im Schafspelz Wähler*innenstimmen zu fischen, ist in den vergangenen Wochen teilweise bereits gelungen: Am Rande der aufsehenerregenden Aktionen wurde viele Flugblätter verteilt und Gespräche geführt, die Lokalpresse berichtete mehrfach. Erst recht nach den Erfahrungen der NSU-Mordserie und Pogromen wie in Chemnitz wollen wir aber unserer Forderung, Nazikneipen dichtzumachen und insbesondere die „Titanic“ zu „versenken“, Nachdruck verleihen. Wir laden die Einwohner*innen und Besucher*innen der Stadt dazu ein, sich in Zeiten des Rechtsrucks und neu auflodernder rechter Pogrome klar für ein solidarisches Miteinander und gegen ein rassistisches, nationalistisches und antisemitisches Weltbild auszusprechen und der „Titanic“ als dem zentralen Ort neonazistischer Aktivitäten in Schleswig-Holstein die rote Karte zu zeigen.

Kommt am Samstag, den 15.12.2018, ab 14 Uhr zur Demonstration durch die Innenstadt. Es wird kurze Redebeiträge der Kampagne, der Türkischen Gemeinde, des ver.di-Ortsvereins, des Bündnis gegen Rechts, des Vereins für Toleranz und Zivilcourage, des Vereins der Verfolgten des Naziregimes, der Ratsfraktion der Linken sowie der Autonomen Antifa Koordination Kiel geben. Wer so etwas rumliegen hat, kann gerne eine rote Karte mitbringen, um sie an passender Stelle Horst Micheel und Co. zu zeigen.

Reist aus Sicherheitsgründen nicht alleine an, sondern sprecht euch mit Freund*innen oder Kolleg*innen ab. Wer nicht ohne Begleitung zu Fuß zum Großflecken kommen möchte, kann zu den Vorabtreffpunkten kommen:

  • Hauptbahnhof (RE aus Hamburg 12:22-13:12, Zustieg in Pinneberg 12:25, Elmshorn 12:47; aus Flensburg RE 12:15, aus Kiel RE 12:27)
  • Südbahnhof (RE/NBE aus Lübeck 12:08-13:24, Zustieg in Bad Oldesloe 12:37, Bad Segeberg 13:03)

Von dort, also aus verschiedenen Winkeln der Stadt, werden wir gemeinsam zum Demoauftakt am Rathaus gehen und unterwegs auch schon ein paar Flugblätter verteilen.